Essensreste verwerten

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Ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel landet im Müll. Die Regeln der Konsumgesellschaft geben vor, dass Obst und Gemüse immer frisch und fehlerlos und Supermarkt-Auslagen immer prall gefüllt sein müssen. Insbesondere über die Feiertage soll es uns an nichts fehlen – doch grenzenlose Überproduktion kann hier nicht die Lösung sein. Du kannst mit nur wenigen Alltagsroutinen selbst etwas gegen unnötige Lebensmittelverschwendung tun: Kaufe lieber öfter ein, dafür aber nur, was du auch wirklich brauchst. Lagere Lebensmittel richtig, damit sie länger haltbar bleiben und kaufe auch Obst und Gemüse, das nicht mehr ganz so hübsch aussieht – schmecken tut es immer noch genau so gut! Im Folgenden findest du ein paar Tipps, wie du Lebensmittelreste clever verwerten und so eine ganz neue Art zu kochen entdecken kannst!

Smoothies und Eiscreme: Überreife Früchte lassen sich super in Kombination mit anderen Früchten, Milch, Honig, Nüssen, Haferflocken etc. zu leckeren Smoothies verarbeiten. Wenn du die Früchte vorher kleinschneidest und vor dem Pürieren einfrierst, lassen sich sogar Sorbets und Eiscreme daraus zaubern. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!

Gemüsebrühe- und würfel: Aus (Bio)-Gemüseschalen kannst du ganz leicht deine eigene Gemüsebrühe kochen: Einfach mit Wasser aufgießen, aufkochen und bei geringer Hitze für eine dreiviertel Stunde bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Anschließend die Flüssigkeit salzen und durch ein sauberes Küchentuch abseihen. In Eiswürfelförmchen eingefroren hast du nun immer Brühwürze im Haus! Geeignet sind z.B. Blätter und der Strunk von Blumenkohl und Broccoli, Möhrenschalen und -grün, die äußeren, nicht so hübschen Blätter vom Lauch und das, was nach dem Schälen von Gemüsen wie Kohl, Sellerieknollen, Kohlrabi, Rüben oder Zucchini übrig bleibt. Sogar Zwiebelschalen kann man verwenden; sie geben der Brühe eine schöne, dunkle Farbe. Auch Brühwürfel lassen sich durch Trocknen im Ofen herstellen!

Tortenboden: Aus krümeligen, trockenen Keksresten lässt sich ein leckerer Tortenboden zaubern: einfach zerkrümeln, etwas geschmolzene Butter beimengen und in eine Kuchenform drücken. Mit einer Creme und frischen Früchten darauf ein Traum! Käserinden: Plastikfreie Käserinden eignen sich perfekt als besondere Würze für Nudelsaucen: einfach mitkochen und vor dem Servieren wieder herausfischen!

Croutons: Aus altem Brot lassen sich viele Leckereien zubereiten! Am vielfältigsten sind vielleicht Croutons. In der Suppe, im Salat oder pur als Snack. Einfach das Brot würfeln und mit etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und bei Bedarf Knoblauch in eine Auflaufform geben. Eine Viertelstunde bei 200 °C – fertig sind die Croutons!

Kräuteröl: Auch die Stängel von Kräutern lassen sich verwerten. Einfach mit der gewünschten Menge an Olivenöl pürieren, abseihen und würzen. Das Öl ist lange haltbar und vielseitig einsetzbar. Frischkäse: Selbst sauer gewordene Milch lässt sich noch verwerten! Erhitze sie auf 200 °C, nimm den Topf vom Herd und füge einen kleinen Becher Zitronensaft oder weißen Essig hinzu. Gieß die Masse in ein sauberes Tuch und lass die Flüssigkeit ablaufen. Fertig ist dein eigener Frischkäse!

Süßer und Salziger Knabberspaß aus Obst- und Gemüseschalen: Für Naschkatzen ein besonderer Tipp: Ungespritzte Obstschalen in Wasser aufkochen. Anschließend ein Glas Zucker mit Wasser aufkochen, die Schalen hinzugeben und bei geringer Hitze für eine halbe Stunde köcheln lassen. Wer möchte, kann die Leckerbissen anschließend noch in Zucker oder Gewürzen wälzen. Wer's lieber herzhaft mag: Gemüseschalen auf einem Backblech auslegen, mit Olivenöl beträufeln,
salzen und würzen. Nach einer halben Stunde bei 200 °C sind die Chips fertig! Sowohl die süße als auch die würzige Version eignen sich auch super, um Hauptspeisen oder Desserts zu garnieren!

Pesto: Schnell gemixt, ewig haltbar und super lecker: das Pesto ist und bleibt der Klassiker, wenn es schnell gehen soll. Auch aus Resten wie Möhrengrün, Brokkoli- und Salatstrünken (vorher weichgekocht) lässt sich Pesto zubereiten. Einfach mit Olivenöl, Salz, Gewürzen, Parmesan und z.B. Pinienkernen pürieren – auch hier sind die Möglichkeiten vielfältig.

Na, neugierig geworden? Weitere Anregungen und Tipps findest du auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Wenn du dich weiter gegen Lebensmittelverschwendung engagieren und aussortierte Lebensmittel vor der Tonne retten möchtest, schau doch mal bei deiner lokalen Foodsharinggruppe vorbei.